Maldives: Reisewege

Berlin – Dohar – Male – Insel im Kaafu-Atoll.
Ein heftiger Beritt: Nach gefühlt zwanzig Stunden spuckt uns der 320er am Flughafen in Male aus. Übermüdet und überdreht, vor Erschöpfung ganz kraus, laufen wir als erstes in eine Wand aus Wärme und Wasser: Temperatur um die 30 Grad Celsius, Luftfeuchte 90%. Atmen oder trinken? Man weiß es nicht auf Anhieb.
Der Reiseveranstalter fängt uns sauber auf – von Anfang an lostst man uns freundlich von A nach B. Das ist auch verdammt nötig – nach diesem Trip können wir kaum bis Vier zählen und sind dankbar für eine Betreuung, die genau davon ausgeht.
Der Landesteg für die Boote zu diversen Inseln liegt direkt vor dem Flughafen. Die Verklappung des Gepäcks geht reibungslos vonstatten, vor dem Besteigen des Speedbootes verpassen uns lächelnde Menschen noch Live Vests, dann stolpern wir an Bord.

Lässige drei Außenborder, je in den Ausmaßen einer mittleren Kleiderkommode, bringen das Boot zum Aufplanen. Von Welle zu Welle hopsend rasen wir gen Insel. Es gießt in Strömen, keiner von uns nimmt das wirklich zur Kenntnis. Alle Mitreisenden sehen aus wie wir: Wie unter Benzodiazepinen – nehme alles wahr, aber nichts kann im Moment verarbeitet werden. Übermüdungsentkopplung vom Feinsten.

Bei der Ankunft auf der Insel fällt dieses Gefühl schlagartig von uns ab. Der Regen hat aufgehört, und was wir sehen ist so schön, macht so atemlos vor Freude, daß die Erschöpfung nicht mehr fühlbar ist. Ein paar Schritte nur auf dem Sand des Kais … wir stehen, staunen und streifen erstmal die Schuhe ab. Wir wissen noch nicht: Die nächsten zwei Wochen werden wir keine Schuhe mehr tragen. Selbst zum Abendessen stört es niemanden, wenn wir barfuss erscheinen.

Jetzt fliegt man uns zunächst auch mental herunter. Es kann keine Rede sein von dem typischen erstmal-aufs-Zimmer. Vielmehr nötig man uns in Sessel, und alle werden einzeln freundlich begrüßt und mit einem Mangosaft versorgt. Warten, ankommen, atmen.
Als man den Liebsten und mich schließlich zum Bungalow führen möchte, könnte ich auch grad noch dort sitzen bleiben wo ich bin. Das Empfinden für Eile ist mir bereits abhanden gekommen, und das wird so bleiben bis ich wieder Berliner Boden betrete.

Die Fakten:

  • Reine Flugzeit: 10:15h
  • plus 5 Stunden an diversen Flughäfen
  • plus 1 Stunde Schnellboottransfer

4 Kommentare

    1. Ein paar Texte und Photos kommen sicher noch.

      Hier auch kein Tag, wie man ihn sich wünschen würde. Wenigstens bist du also in dem Boot nicht alleine. :)
      Fühl’ dich umarmt und halte die Ohren steif!

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