Das Weihnachtsproblem, Auflage 2017

Beispielbild

Wer hier schon eine Weile mitliest, wird wissen: Ich hab’s nicht so mit dem Konsum um jeden Preis. Vor jeder Anschaffung steht die Frage »Brauche ich das?« Neun von zehn Anschaffungsplänen erledigen sich damit von selbst. Was ich ebenfalls nicht mag ist es Dinge zu verschenken, einfach weil ‘Verschenkezeit’ ist, ohne eine Ahnung zu haben, was dem Beschenkten wirklich Freude machen würde. Um Helge Schneider zu zitieren: ‘Da kaufen sich die Leute halb tot und verschenken lauter Schrott!’
Dieses Jahr hatte ich von meinem überschaubaren Kreise so gut wie keine Ansagen/Wünsche. So wurde beschlossen: In diesem Jahr verschenke ich Arbeit. Und so langsam wird mir klar, wie vergleichsweise einfach es ist in einen Laden zu rennen und Geld auf eine Theke zu legen. Geld gegen Ware, Thema durch.
Ich dagegen fahnde nach Schnittmustern und Rezepten, verbringe Stunden mit Zuschnitten und Näharbeiten, mit sehr speziellen Brotaufstrichen und Likören, mit dem Verfertigen von Etiketten. Es macht mir Freude. In jeden Schritt fließt die Liebe zum Beschenkten ein. Auf dem Zettel steht aber auch eine irre Menge an Zeit – nichts von alldem macht sich von allein. So liebevoll, persönlich und aufwändig habe ich vielleicht noch nie geschenkt.

Bleibt nur zu hoffen, daß die Empfänger wirklich Freude an diesen Dingen haben. Dem Selbstgemachten haftet oft noch der Ruch des Tantenpullovers an – mit Liebe von Hand gefertigt, aber formlos und kratzen tat er auch. :) [Gegenbild: Vor 25 Jahren strickte mir die Lieblingstante einen weiten, knöchellangen Winterrock, schwer, warm und wunderschön. Es dürfte Wochen gedauert haben. Er ist noch immer wie neu, und ich trage ihn regelmäßig und werde ebenso regelmäßig bewundernd auf dieses Kleidungsstück angesprochen. Qualitätsarbeit von Hand eben.]

Man wird sehen. Photos werden übrigens nach Weihnachten nachgereicht – ein oder anderer meiner Lieben liest hier mit.
(Ich wünschte, ich könnte mir eine Fernreise in eine Gegend mit warmem Meer nähen. Grins. Das ist nämlich das Einzige, was ich mir wahrlich wünsche – abgesehen von den Dingen, auf die ich nur selbst einwirken kann oder die dem Kismet überantwortet werden müssen.)