Ist es denn zu fassen?!

Da kriege ich nach Mitternacht eine Mail von einem Unbekannten, der von mir wissen will, warum ein Teil der von mir erstellten Websites nicht über https ausgeliefert wird, mich in arrogantem Ton auffordert ich möge meine Arbeiten über den W3C-Validator schicken, und mir obendrein meinen Beruf erklären will.
Der Ton ist männlich, die Mailadresse nicht aussagekräftig, der Name kein seltener – mit einem Wort: Mein Belehrer identifiziert sich nicht, noch motiviert er seine Anfrage.
Es gibt so Tage, da sitzt man kopfschüttelnd vor seinem Computer … Natürlich kläre ich meine Kunden – alle – über das Hypertext Transfer Protocol Secure umfassend auf. Es obliegt aber meinen Klienten sich dafür oder dagegen zu entscheiden (und gegen Beratungsresistenz ist noch immer kein Kraut gewachsen. Grins.). Aber dann ist auch gut. Mache ich Shops, gibt es keine Alternative. Es ist in Deutschland (noch nicht sehr lange) gesetzlich vorgeschrieben. Punkt. Alle anderen haben nach wie vor die Wahl, meistens. Und nicht jeder Provider packt ein SSL-Zertiikat in jedes Paket, das er verkauft. Wenn der Klient die 2 Euro extra im Monat nicht ausgeben will, ist das Thema durch.

Der W3C-Validator ist – schon seit Ewigkeiten – nur ein Anhaltspunkt. Der Grund: Das Gremium, das hinter dieser Validierung steht, ist verhältnismäßig schwerfällig. Eine einzige CSS-Zeile, die funktioniert, aber nicht validiert, führt bereits dazu, daß die Validierung ausflippt. Mit anderen Worten: Entgegen den Annahmen meines unbekannten Mailschreibers nutze ich dieses Tool täglich, werde mich aber nicht sklavisch nach ihm richten. [Anmerkung: Wenn man die WP-basierte Präsenz der New York Times über den Validierer schickt, wird man blass – so haben Klassenarbeiten ausgesehen, die man mit der Note Mangelhaft zurückbekam.]

Recht hätte mein unbekannter Belehrer nur in einem Punkt: Daß meine Berufspräsenz noch immer über http läuft, nicht über https, ist tatsächlich Schlamperei – es ist die Geschichte mit den Schuhen des Schusters – ich habe mit Klienten zu tun, meine eigene Präsenz steht da weiter hinten. Nur: Danach hat er nicht gefragt. :)

Was mich umtreibt: Was motivierte diesen Menschen zu dieser Mail?
[Ich bat ihn höflich sich korrekt zu identifizieren, bevor ich mich auf einen Dialog einlasse. Vermutlich werde ich nie wieder von ihm hören.]