Systemisch?

Das ist schon seltsam mit Eltern. Wann immer man einen Besuch ankündigt – gleich ob für 4 oder für 15 Tage – kriegt man zuallererst zu hören: »Och! Nur so kurz?!«

Jedesmal liegt es mir auf der Zunge mit 150 Phon zu brüllen: ‘Verdammt, schafft euch ein WLAN an und nicht diesen proprietären Mist, den ihr da habt, und der nicht mal einen Platz für ein zweites LAN-Kabel bietet! Wenn ich bei euch arbeiten könnte, könnte ich länger bleiben.’ Höflich habe ich das mehrfach erwähnt im Laufe der Jahre, geändert hat sich gar nichts.
Ob ich die engen Strukturen der Eltern, die – naturgemäß – einer ganz anderen Struktur verpflichtet scheinen, wirklich länger als 6 Tage aushalten würde, steht auf einem anderen Blatt …

2 Kommentare

  1. das gemopper kenn ich auch. ich habe es meinen eltern durchaus mit gewalt abgewöhnt, indem ich beiden gesagt habe, dass es mir keine lust auf kommunikation macht, wenn ich als allererstes vorwürfe bekomme, dass ich mich ja nie melde (oder analog). und als man sich nicht dran hielt, hab ich mich eben nicht mehr von allein gemeldet.
    das war hart, aber es hat funktioniert.
    ich muss an der stelle auch einfach an mein eigenes seelenheil denken – und da kennen die eltern die knöpfe eh schon deutlich zu gut (kein wunder, sie haben sie i.d.r. eingebaut).

  2. Tschä, das scheint ja wirklich eine populäre Strategie zu sein, sicherzugehen, daß die Kinder auch wirklich keine Lust mehr haben, zu Besuch zu kommen.
    Bei mir gehts ganz genauso. Wenn ich ankündige zu kommen, dann kommt erstmal “Was – so kurz?”, und irgendwann wird noch eine Beschwerde hinterhergeschoben, weil ich in 3 Tagen Eltern noch EINEN Abendtermin mit einer Freundin plane (völlig egal, daß der meist gegen 18 Uhr startet und die Eltern eh ab 20 Uhr nur noch vorm TV sitzen)
    Da vergeht mir jedesmal das bißchen Lust hinzufahren, das ich eh nur aufbringen kann, auch noch….
    :-(
    (PS Ich halts eh nicht länger als 4 Tage aus)

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