Vorweihnachtsphase

Dieses Jahr ist eine bestimmte Sache ganz anders, ganz neu und irgendwie richtiger als je: Die Zuwendung meiner Freunde sorgt ganz allein für eine gewisse Besinnlichkeit und stille Freude. Eine Einladung zu einer Ausstellung, ein Schüler, der mir – ganz und gar unverhofft – eine Flasche kaltgepresstes Olivenöl von einem kretischen Freund in die Küche stellt, ‘Herr Nkomo’, der immer mal wieder nach mir schaut und unter dessen warmem Blick ich mich einfach nur angenommen fühle, ein Kekspäckchen aus Köln, die Zeit mit dem ‘Freund im Werden’ – Gespräche auf Augenhöhe, angeregte Diskussionen, freundlicher Diskurs, herzwarme gegenseitige Geschenkkultur. Die Fäden zu den ‘alten’ Freunden, die nie gerissen sind, und noch so einiges mehr.
Ich bin dankbar und glücklich über diese Menschen um mich herum. In diesem Jahr besonders, denn meine Fähigkeit zur Besinnung und innerer Ruhe leidet enorm unter der normativen Kraft des Faktischen – das Ökonomische hängt mal wieder gewaltig schief, mein Physis macht einiges an Ärger (Wer, zum Geier, braucht ein solides Craniosacralproblem mit irrwitzigen Bewegungseinschränkungen und einigen Schmerzen, einfach mal so?). Die Frustliste ließe sich um Einiges verlängern … und dann schaue ich auf die kleine Vase mit den Scheinbeeren auf meinem Tisch, die mir der Freund brachte, mache den Kühlschrank auf und sehe die Lieblingstraubensorte, die nicht ich eingekauft habe, blicke vorfreudig auf den wunderschönen Weihnachtsbaum, der auf dem Balkon seine Befreiung vom Netz austobt – und alles ist gut.

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