On my way

Doch noch geschafft. Wie immer weit vor der Zeit.

Ich bin ein kleiner Krauter. Anders gesagt: Freiheit ist teuer und unbedingt eine glasharte Entscheidung gegen Reichtum, oft sogar gegen ein auch nur halbwegs komfortables Polster. In der Folge gibt es etwas – und das ist der einzige Punkt – was mir bitter fehlt: Reisen. Zu den beschränkten Resourcen, die es dafür aufzubieten gelte, kommt noch die Unruhe des kleinen Unternehmers, der nur zu gut weiß: Mr. Murphy hat sich schon immer gern in meiner Nähe aufgehalten. Meint: Wage dich besser nicht auf große Explorationen, denn das genau wird der Moment sein, wo sich der Auftrag bietet, den du schon immer haben wolltest.

So bin ich zutiefst dankbar, daß mir im März ein Geburtstagsgeschenk gemacht wurde, das sich nun vollendet: Ich darf wieder reisen. Zum wiederholten Male in eine Weltgegend, die mein Herz und meine sinnliche Haut glücklicher macht als alle, die ich bisher sah. Zwei Wochen Schwimmen mit Haien, morgens der erste Blick auf ein türkisblaues Meer, Licht, das mir die Tanks füllt bis Ende März …

Die Freundin wird derweil in meine Wohnung ziehen, die Feliden betreuen und meine Muschel mit Leben füllen. Womit wir direkt beim Thema wären: Es gibt eine Million Gründe für das Reisen. Wohl dem, der auch gute Gründe für seine Rückkehr hat …

Dieses Jahr hat es da im besten Sinne in sich: Ich werde kaum den Jetlag zugeritten haben, dann ist mein bester Freund in der Stadt. In dieser Woche geben sich überhaupt alle, die weit entfernt siedeln, aber meinem Herzen nahe sind, quasi die Klinke in die Hand. Selbst der Lieblingsbruder könnte in Erscheinung treten. Selten habe ich das Faktum kein Gästezimmer zu haben so herzlich verwünscht. Mit etwas Glück werden wir uns manche Nacht riesling- oder burgunderselig um die Ohren schlagen, ich werde mutmaßlich irgendwann in die S-Bahn-Lücke fallen und – ganz und gar nicht comme il faut – womöglich in fremden Hotelzimmern in Mitte, Adlershof, Erkner oder sonstwo ein paar Stunden schlafen bis die Bahn wieder fährt (oder ich hinreichend entrauscht bin), und werde mich glücklich grinsend an Studententage erinnert fühlen. Dann kommt ein Tag in smart casual, von dem ich noch so gar keine Vorstellung habe – wird vermutlich spannend.
Und natürlich sind da meine Tiere, die ich selbst im Tropentraum vermissen kann.

Mein Kalender sagt: Das geht so weiter.

Wenn dann auch noch die für Ende September/Anfang Oktober anberaumten Projekte wirklich alle anlaufen, werde ich dieses Jahr preisen wie wenige Jahre zuvor.

Mehr kann selbst mein uferloses Herz nicht wollen …

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