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Nachtaktiv

21. Jun 2017
Tod und Verdammnis …

Tod und Verdammnis …

… müssen diese dämlichen Gartenterroristen eigentlich grundsätzlich um kurz nach sechs mit ihren lärmenden benzinstinkenden Aktivitäten beginnen? Um acht sind die dann fertig. Dosenwitz. Und die Hecke ist noch immer nicht geschnitten, also geht der Spuk morgen früh in die nächste Runde. Wie ich das hasse!

Nachtrag: Ha! Denkste – soeben gehen die Herrschaften in den nächsten Durchlauf. Locker bleiben ist das Gebot der Stunde.

16. Jun 2016
To all men out there
Wetter
Überwiegend sonnig Wechselnd Um 21 °C

To all men out there

»Heute soll der letzte sonnige Tag sein diese Woche. Genieß’ ihn!« sagst du, und gehst zur Arbeit.
Verspätet geht mir auf, daß sich das anhörte, als hätte ich den Tag zu meiner freien Verfügung. Das fuchst mich. Ich erzähle dir mal, wie meine Tage ablaufen:

Kaum bist du aus der Tür, gehe ich ins Bad, Massen an Katzenstreuteilen ausweichend. Der Wannenrand ist voller Katzentapsen, in Wanne und Waschbecken kleben Seife und Zahnpasta. Ja, Zähne putzen und sauber machen geht gleichzeitig. Alles Routine.

Gewaschen und angezogen stelle ich fest, daß die Spülmaschine nicht ausgeräumt ist. Ich mache das also. Dann das Übliche – Anrichte und Herd von Krümeln befreien, die Katzen füttern, die Kaffeemaschine saubermachen. Den Flur fegen und die Katzentoiletten reinigen. Die Kaffeetropfenspur vom Flur bis ins Schlafzimmer beseitigen. Den Müll zum Müllhof bringen.

Die Wäschetonne ist voll, die Waschmaschine beinahe, ergo MUSS der Wäscheständer abgeräumt werden, ich werde ihn demnächst brauchen, und zwar leer (Selbstredend ist ein funktionierender Trockner in einem Waschtrockner eigentlich überflüssig!) Nehme also die Wäsche ab, und verbringe 40 Minuten damit den ganzen Kram zusammenzulegen und wegzuräumen. Damit sich der ganze Brass mit der Wäsche ausgeht, wird das Bett abgezogen und eine Maschine Weißwäsche gestartet. Nun – das Bett hatte eh seine 14 Tage und muß neu überzogen werden, schließlich will man ja in irgendetwas schlafen heute Nacht. Nachher werde ich also noch Wäsche aufhängen.

Über das Abendessen muß ich heute nicht nachdenken: Soße habe ich gestern gekocht, Pasta liegt bereit, Milch und Katzenfutter muß ich auch nicht holen, das habe ich gestern getan. Also wenigstens kein Supermarkt heute, dafür gilt es leider wieder den Staubsauger zu schwingen. So kann es nicht bleiben, da treten wir nur Tabakkrümel und Katzenstreu von einem Zimmer ins andere.

Die Tätigkeiten wechseln – mal ist es die Wäsche, mal der Tierarzt, der Supermarkt oder die Drogerie – bei ca. zweieinhalb Stunden bleibt es. Fast immer. Und das alles hat rein gar nichts mit meinem höheren Sauberkeitsbedürfnis zu tun – Bad und Küche putzen plus Staubsaugen schaffe ich in 25 Minuten. Vielmehr gilt: Die Katzen müssen versorgt werden, wir müssen jeden Tag etwas anziehen und auch zu essen ist eine schlichte Notwendigkeit.

Als ich schließlich am Schreibtisch sitze und anfangen kann ‘zu arbeiten’, ist es 12:30h. Wie jeden Tag habe ich ca. zweieinhalb Stunden mit ‘Hausarbeit’ verbracht. Mit Arbeiten, die nichts wert sind. Schließlich verdienen sie kein Geld.

Nochmal in zwei Sätzen:
Es geht NICHT darum, daß ich diese Dinge nicht tun will. Es geht NICHT darum, daß sich jeder eine eigene Waschmaschine anschafft. Das ist KEIN Männerbashing hier. Vielmehr geht es darum zu sehen: Das alles ist Arbeit, und die verlangt nach Wertschätzung und Ausgleich.

[Sondertätigkeiten wie bügeln, kochen, backen, flicken, Blumen pflanzen oder gießen sind nicht mit aufgeführt. Nicht auszudenken wie die Lage wäre, wenn ich Kinder hätte und/oder eine 100qm-Wohnung.]

24. Mai 2016
Achtung, RANT
Wetter
Durchwachsen, aber überwiegend trocken Wechselnd 24-18 °C

Achtung, RANT

Am 10. Mai, also buchstäblich in letzter Sekunde, gibt meine STB meine Umsatzsteuervoranmeldung ab, und meldet mir sogar – man glaubt es kaum! – die Zahlen, so daß ich überweisen kann. Wir besprechen nochmals, daß die Einkommenssteuervorauszahlung, die von mir außerdem verlangt wird, auf einem Fehler des FA beruht, den sie von mir abzuwenden vermag und dies auch zügig tun wird.
Und was kriege ich heute auf den Tisch? – Eine Vollstreckungsankündigung plus Säumniszuschlägen et al genau über die EK. Das Büro der STB ist kürzlich umgezogen, die neue Adresse habe ich noch nicht, das Fax ist nicht beschaltet und auf der Handynummer lande ich auf dem AB. Zweimal. Die dringende Bitte um Rückruf plus Kurzdarstellung der Sachlage teile ich selbigem mit. Ratet, wer mich NICHT zurückgerufen hat … Meine Unterlagen habe ich bisher auch nicht zurück, trotz anderslautender Versicherung. Fortsetzung also morgen.

Der Einkauf am Samstag war wesentlich zu kurz gegriffen. Brot fehlt, Milch muß nachgekauft werden, Trockenfutter fehlt. Muß ich halt los. Neben Staubsaugen, Katzenkram reinigen, Wäsche waschen.

Die Kunststoffträger von zwei der Balkonfliesen zerbröseln unter meinem Schritt. Der Versuch einzelne Fiesen zu bekommen, scheitert. Meint: Geht schon, aber nur online, und dann sind die Versandkosten höher als die Kosten für die Fliesen. Die fehlerhafte Charge umzutauschen ist nach einem Jahr kaum mehr möglich und würde einen irren Aufwand erfordern.

Um 17h – 1 Stunde vor Büroschluss – bekomme ich von einem Klienten Nachbesserungsforderungen, die jeder Grundlage entbehren und obendrein verdammt wirr formuliert sind. Mit der Prüfung der Angelegenheit (kompliziertere solche) sowie einer erläuternden Mail, die auch ein DAU versteht, verbringe ich insgesamt drei Stunden. Und natürlich ist die Rechnung mit Zahlungsziel 20.5. bisher nicht bezahlt!

Mein Provider schickt mir eine Mahnung – und ich frage mich zum x-ten Mal, wie oft ich das Lastschriftenmandat noch erteilen muß, damit dieser Blödsinn ein Ende hat.

Das alles spielt sich ab nach einer Nacht, die für mich nahezu nicht existiert hat: Der Mann hatte das ganz große Sägewerk angeworfen plus dauernder Lagenwechsel. Heißt: Ich lege ihm die Hand auf die Schulter, er dreht sich ohne aufzuwachen in eine leise Lage, und keine 15 Minuten später, ich bin gerade dabei wieder einzuschlafen, wechselt er die Position und ist lauter als zuvor. Um Fünf in der Früh bin ich mit den Nerven am Ende, wecke ihn auf für einen ‘großen Positionswechsel’ und darf mich mit Knurren und giftigem Blick bedenken lassen. Verdammt nochmal! Ich kann nicht gut arbeiten nach vier Stunden Schlaf – und mein Job ist nicht weniger wichtig als seiner!! [Anbei eine Bemerkung zur Konditionierung: Wenn ich mich darauf disziplinieren konnte, nur sanft eine Hand an eine Schulter zu legen statt ein großes Kissen zu nehmen :), sollte es auch möglich sein, das Giftiggucken einzustellen. Man denke an die Reihenfolge: Er weckt zuerst MICH, und dann vielleicht, längst nicht immer, ich ihn.]
Daß mich dieser Tag als Kettenraucher erlebt – was ich sonst wahrlich nicht bin – ist auch nicht gut. Aber nachvollziehbar.

Quintessenz: Misslicher Kleinkram plus misslicher Großkram ergeben in der Summe einen Tag zum Abgewöhnen.

Schließen wir das Gejammer auf einer hellen Note/on a lighter note: Der Mann hat versprochen, daß wir am Wochenende den Urlaub buchen. Wenn das gehalten wird, kann ich mich wenigstens auf etwas freuen. Fühlt sich sehr notwendig an (sprich: Um die Not zu wenden). Wunderbar auch, daß sich mein Mann statt meiner um das Abendessen kümmerte und den Auflauf von gestern für uns wärmte. Im Rahmen dieses Tages war das eine Großtat.

Morgen muß es besser werden. Wird es auch. Schlechter ist schwierig, wenn man lebensbedrohliche Krankheiten/Unfälle ausklammert (klopft heftig auf Holz). Jammern auf hohem Niveau, trotzdem ein Sch…tag.

08. Dez 2015
Aye, caramba!
Wetter
Sonnig und heiter Kaum Max 11 °C

Aye, caramba!

Steht der Mars gerade in Konjunktion zum Spaghettimonster, oder warum, zähfix! ist alle Welt auf Krawall frisiert? Es wäre schön, wenn das nun wieder aufhören könnte. Nebenbei: Nichts Merkwürdigeres unter der Dezemberfrühlingssonne als zeitgleich enttäuscht, zornig und in Trauer zu sein … Ich hatte gar keine Ahnung davon, daß derlei Empfindungen nebeneinander Platz haben könnten …
Der Weihnachtsfriede wird’s irgendwie richten müssen, dieses Jahr, das kein schlechtes gewesen sein würde, hätte nicht der Dezember an so viele Dinge Feuer gelegt.
Mein Herz ist schwer.

14. Nov 2015
Terror

Terror

Ground Zero, Madrid, Bali, Charlie Hebdo … und jetzt Paris in Bandbreite. Beispiele. Keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Die Liste der Ziele und Orte so endlos wie die Borniertheit und der Untertassenhorizont der jeweils verantwortlichen Fanatiker.
Entsetzen, Erschütterung, Mitgefühl, Verzweiflung …
Steter Tropfen höhlt den Stein – doch soviel ist sicher, ihr Regierungen der Welt, die ihr mit Recht zornig und verzweifelt seid: Kein noch so enges Überwachungsnetz wird diesem Terror ein Ende setzen – wohl aber der Freiheit und dem mutigen Geist eurer Bürger!
Es gilt einen Weg zu finden, im Schulterschluss der Nationen, der nicht alles gefährdet oder gar zunichte macht, was seit der Zeit der Aufklärung erreicht wurde. Bildung, Chancengleichheit, Hilfe in Notlagen, Lebensperspektiven – echte Humanität ist der einzige Faktor, der langfristig Rettung verheißt. Besitzstandswahrung? Vergesst sie.
Es wird vermutlich noch viele Tote geben auf diesem Weg – der einmal radikalisierte Mensch ist nur schwer noch mit Überzeugungsarbeit und Argumenten zu erreichen – doch kostete es die Freiheit, wo immer sie noch anzutreffen ist, ließe sich die sogenannte freie Welt darauf ein, Gewalt nur mit Gewalt und Einschränkungen zu beantworten. Es gilt dem großen ‘Warum’ nachzuforschen, endlich wirklich Ursachen zu bekämpfen statt ungeordnet und panisch den Symptomen entgegenzutreten.

War es nicht eine Frage der Zeit, bis die bloße Existenz einer in der Realität begründeten Teilung in erste, zweite, dritte Welt Folgen haben würde? In dieser Teilung verorte ich persönlich die Gewaltausbrüche der sogenannten Moderne. Die Religionen scheinen mir eher der Mantel, der über die unfassbaren Taten gelegt wird – eine fadescheinige Hülle, die über die Maslow-Pyramide gebreitet wird: Ich will auch gesund, angstlos und glücklich leben dürfen, keinen Hunger leiden, nicht getreten und mißbraucht werden, meine Kinder in Würde aufwachsen sehen.
In den Diskrepanzen wohnt die Radikalisierung …

Ich bin in dieser Nacht so traurig, wie ich es zuletzt nach Madrid gewesen bin.
[Dieser Text ist eine Art Kurzfassung eines wesentlich elaborierteren, quasi dessen Quintessenz. Daher die stark vereinfachte Argumentationskette. Ich bin ja nicht »Die Zeit« ;)]